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Nebenwirkungen, Chemotherapie – Allgemeines

Die Nebenwirkungen der Chemotherapie, die darauf abzielt, mögliche Krebszellen im Körper abzutöten, aber eben unweigerlich auch gesunde Zellen angreift, fürchten wohl Betroffene am meisten. Man kann sich auf einiges vorbereiten, anderes muss man abwarten, um dann zur reagieren. Welche Nebenwirkkungen wann kommen ist bei jeder Frau verschieden und hängt von den verabreichten Chemotherapeutika ab.

Wichtig ist aber: Sie können selbst für sich etwas tun und sind nicht nur auf die behandlende Ärztin und verschriebene Medikamente angewiesen wenn es um die Behandlung von Nebenwirkungen geht! Oft sind es einfache Dinge und Hausmittel, die helfen und lindern. Es ist auch wichtig, dass Ihr Umfeld, Freund und Familie, von dem weiß, was auf Sie zukommt. Es kann vielfältig helfen. Mit Verständnis und prakischer Unterstützung, kleinen und größeren Dingen, die man tut oder auch lässt.

Generell: nehmen Sie sich für die Woche nach der Chemotherapie nichts vor; und bedenken Sie, dass viele Nebenwirkungen erst nach drei Tagen einsetzen. Wenn es Ihnen unter der Chemotherapie gut geht, umso besser.

Betroffen und in Mitleidnschaft gezogen werden von der Chemotherapie jene Zellen im Körper, die schnell wachsen, sich schnell erneuern: Haare, Haut, Blut, Schleimhäute sowie Magen und Darm.

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Nebenwirkungen, Chemotherapie – Trockenheit der Schleimhäute

Alle sich schnell regenerierenden Zellen werden durch die Chemotherapie in Mitleidenschaft gezogen, also Haare, Haut und Schleimhäute sowie der Magen-Darmtrakt.

Bei trockenem Mund helfen geschmacksneutrale Bonbons. Geschmacksneutralität ist wichtig, da Sie, wie Sie rasch feststellen werden, sehr geschmacksempfindlich werden und aromatisierte Bonbons und Kaugummis als unangenehm oder auch übelkeitserregend empfinden. Besser verträglich ist z.B. Isla Moos. Es sollten immer gummierte Drops sein, da Sie zusätzlich durch die Chemotherapie reduzierten Speichelfluss haben.

Trinken Sie viel – klares Wasser oder kalte Tees, wenn Ihnen bei warmen Getränken übel wird.

Den Mund kann man auch gut durch das Saugen an Zitronenstückchen befeuchten. Legen Sie sich für die Nacht mehrere Stückchen neben das Bett.

Bei trockenen Nasenschleimhäuten helfen Nasensalben, die Sie in der Apotheke bekommen. Je weiter die Chemotherapie fortschreitet, umso mehr werden Sie unter Umständen auch zu Nasenbluten neigen. Es gehen Ihnen übrigens auch, unbemerkt, die kleine Häarchen in der Nase aus, weshalb Ihre Nase immer laufen wird.

Nebenwirkungen, Chemotherapie – Haarausfall

Sie werden nach und nach sämtliche Körperbehaarung verlieren. Warten Sie nicht bis Ihnen die Haare ausgehen mit der Entscheidung ob und wie Sie Ihre Kopfhaare für einen Zeitraum von ca. 7 Monaten ersetzen wollen! Am besten besorgen Sie sich entweder eine Perücke oder Mützen und Turbane noch vor Beginn der Chemotherapie, damit Sie in Ruhe die Auswahl treffen können. Zudem werden Sie sich wahrscheinlich während der Chemotherapie über Tage nicht sehr wohl fühlen und wenn es Ihnen besser geht, nicht mit dem Thema Krebs befassen wollen bzw. nicht unbedingt in wenig gut belüfteten Läden rumlaufen. Der Ausfall der Kopfhaare kommt zumeist nach dem ersten Zyklus, der ersten Chemotherapie: zwei bis drei Wochen später können Sie Ihre Haare ausziehen, kurz darauf fallen sie aus. Frauen, die kein Kurzhaarfrisur tragen, finden den Schritt oft leichter, wenn sie sich vor dem Ausfall, die Haar kurz schneiden lassen.

Sie haben folgende Auswahl: Perücke, Kunsthaar oder Echthaar (wobei Echthaarperücken sehr teuer sind), Tücher, Mützen und Turbane. Weiter unten finden Sie bereits einen Eintrag mit Informationen (Artikel vom 1.10.2012), wo Sie schöne Mützen für haarlose Zeiten bekommen. Zumeist sind es übrigens betroffene bzw. ehemals betroffene Frauen, die aus der Not (keine Haare und keine Lust auf Perücke, die juckt, wenn es warm ist und sich sehr fremd anfühlen kann) eine Tugend gemacht haben.

Für den Kauf der Perücke bekommen Sie von Ihrem Arzt ein Rezept, denn die Krankenkassen bezuschussen den Erwerb. Bei Mützen und Turbanen müssen Sie sich vor Erwerb mit der Kasse in Verbindung setzen und die Modalitäten klären.

Sie werden schnell feststellen, dass Ihnen Mützen, die Sie schon haben (z.B. Bakerboymützen, Baskenmützen) nicht sehr viel helfen, da Sie Kopfbedeckungen brauchen, die den Haaransatz abdecken.

Wenn Sie sich gerade im Sommer dafür entscheiden „oben ohne“ zu gehen, vergessen Sie nicht, Sonnenschutzcreme aufzutragen.

Es gehen Ihnen übrigens auch, unbemerkt, die kleine Häarchen in der Nase aus, weshalb die Nase immer laufen wird, auch wenn Sie nicht erkältet sind.

Einige Wochen nach dem Kopfhaar werden Sie auch Wimpern und Augenbrauen verlieren. Beides wächst nach Ende der Chemotherapie ebenso wie das Kopfhaar wieder nach.

Wimpern kann man mit künstlichen Wimpern ersetzen. Ein dicker Lidstrich tut es allerdings auch.

Für Augenbrauen gibt es mehrere Möglichkeiten: permament make-up; Echthaar-Augenbrauen zum ankleben (die bekommen Sie z.B. bei http://www.gutbehuetet.info) oder die Augenbrauen aufmalen. Letzteres erfordert ein bisschen Übung, ist aber gut zu machen.

Augenbrauen malen: Sie können hierfür Schablonen in gut geführten Kosmetikläden erwerben. Damit malen Sie einen Schatten; dann können Sie noch, um es echter aussehen zu lassen, auf den Schatten feine Strichelchen mit einem gut gespitzten Augenbrauenstift malen, um Häarchen anzudeuten.

Hier ein Video, das Ihnen diese Methode erklärt. Wieder die junge Frau aus England – sie benutzt nicht einmal Schablonen:

Nebenwirkungen, Chemotherapie – Übelkeit. Hausmittel

Frischer Ingwer in allen Formen, vor allem klein geschnitten und mit kochendem Wasser übergossen, lindert Übelkeit. Bereits fertiger Ingwertee macht sich gerade nachts besser, wenn man zu müde ist, um frischen zu schälen und zu schneiden. Also am besten beides stets im Haus haben!

Seemannsarmband, sea arm band, arbeitet mit Akupressur. (Hinweis Frau B. Koch, Ärztin, Abt. Naturheilkunde, Immanuelkrankenhaus)

Getränke: je kälter umso besser. Eiswürfel immer parat haben. Frische Zitrone mit Eiswürfeln, kalter Früchtetee. Eher meiden: Kohlensäurehaltige Getränke, Softdrinks.

Wenn selbst Wasser faulig schmeckt, und Sie nichts mehr trinken können: Wassereis! (oder selbstgemacht: Saft in kleinen Eiswürfeln zum lutschen – ein Eigengeschmack ist wichtig)

Bewegen! Auch wenn Ihnen übel ist, stehen Sie auf und gehen Sie zweimal täglich an die frische Luft. Ihr Körper dankt es Ihnen, und Sie werden feststellen, dass die Übelkeit nach ca. 10 Minuten nachlässt. Wenn es später am Abend ist, dann gehen Sie in der Wohnung umher.

Sie bekommen von Ihrem Arzt Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen, die Sie unbedingt so wie angegeben einnehmen müssen.

Erbrechen: Wenn Sie sich erbrochen haben, spülen Sie sich den Mund aus. Wenn Sie zu Erbrechen neigen, bleiben Sie nachdem Sie eine (kleine) Mahlzeit zu sich genommen haben, aufrecht sitzen oder gehen Sie langsam in der Wohnung umher. Auch bei Müdigkeit nicht sofort wieder hinlegen.

Erklärungen und Tipps zum Thema Übelkeit und Erbrechen finden Sie hier:

http://www.erbrechen-chemo.de/wissen_emesis/home.html

Verschiedene Möglichkeiten, Kopftücher zu binden

Hier eine sehr gute Möglichkeit, ohne Knoten sondern mit einen Haargummi ein Tuch zu binden. Der Film ist in englisch, aber die junge Dame zeigt es ja auch. Diese Variante sitzt oft besser, als eine mit Knoten. Zudem leiden die Tücher nicht so:

Hier zwei weitere Varianten mit Knoten:

http://woman.brigitte.de/gesundheit/gesund-werden/peruecken-krebs-1026074/2.html

Selbstuntersuchung der Brust

Einen Film finden Sie hier: (und weitere Kurzfilme mit med. Informationen)

http://www.helios-vital.de/fachportal-brustkrebs/diagnose-brustkrebs/leben-mit-der-diagnose-brustkrebs.html

 

In Berlin-Buch gibt es einen Kurs zur Selbstuntersuchuung:

http://www.helios-kliniken.de/klinik/berlin-buch/patienteninformationen/brustzentrum/brustselbstuntersuchung.html

 

Hier noch zwei weitere ausführliche Erläuterung der Selbstuntersuchung:

http://www.netdoktor.de/Diagnostik+Behandlungen/Vorsorgechecks/Brust-Selbstuntersuchung-1078.html

http://radiologie.charite.de/index.html;jsessionid=acSqdOim54M7?toppage=article_show&action=open_article&article_oid=6406

Medizinische Informationen im Internet

Detaillierte medizinische Informationen, beispielsweise auch eine Liste der verschiedenen Zytostatika, die bei der Chemotherapie zum Einsatz kommen, finden Sie hier:

http://www.brustkrebs-info.de/

http://www.krebsinformationsdienst.de/

http://www.wissen-hilft-weiter.info/index.htm

http://www.onkologie.hexal.de/

http://www.netdoktor.de

Eine hervorragende us-amerikanische website, die neben medizischen Fragen, auch den Umgang mit Nebenwirkungen aber auch Fragen wie Partnerschaft und Sexualität, Ernährung und Nachsorge, neue Forschungen umfassend aufgreift ist diese:

http://www.breastcancer.org

Ein Lexikon für medizinsche Begriffe finden Sie hier:

http://flexikon.doccheck.com/de/Spezial:Mainpage